Thailand Reisebericht und Tipps | Teil 1: Bangkok – Tempel und Warane

Wat Arun Bangkok

Beim Schreiben dieser ersten Zeilen hängt mir der Jetlag noch in den Knochen und die Schmutzwäsche der Reise liegt über den Zimmerboden verteilt. Zwei eindrückliche Wochen liegen hinter mir – meine Freundin und ich haben zum ersten Mal Thailand besucht. Für alle Interessierten habe ich das Erlebte sowie Tipps und Empfehlungen in diesem zweiteiligen Reisebericht festgehalten.

Unsere Reiseroute

10 Stunden und mehrere Folgen Family Guy auf dem Entertainmentsystem unseres Airbus A330 sind seit unserem Start in Helsinki vergangen. In dieser Zeit führte unsere Flugroute über Russland, Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, Pakistan, Indien, Bangladesch und Myanmar. Nun, wo die Flugzeugtüren sich geöffnet haben, schlägt uns feuchtwarme Tropenluft entgegen. Zum ersten Mal betreten meine Freundin und ich thailändischen Boden.
Die Entscheidung für unsere Thailandreise fiel sehr kurzfristig. Wir wollten einfach raus und mal etwas ganz Neues sehen und erleben. Und das würden wir.

Günstige Verbindungen nach Bangkok Suvarnabhumi Airport (BKK) bietet beispielsweise die Fluggesellschaft Finnair von Helsinki aus. In unserem Fall ging es zunächst von Hamburg nach Helsinki (ebenfalls via Finnair). Von dort sind es ca. 10 Stunden bis zur thailändischen Hauptstadt. Kostenpunkt pro Person: insgesamt rund 600€ für Hin- und Rückflug. 

Vom Flughafen in die Innenstadt Bangkoks

Das Einreiseprozedere hatten wir schnell hinter uns gebracht. Unsere gebuchte Unterkunft lag im Viertel Silom, das etwas abseits der Altstadt liegt. Wir entschieden uns für das Taxi als Transportmittel, um dort hin zu gelangen.

Taxi Bangkok
Mit dem Taxi gelangt ihr bequem in die Innenstadt von Bangkok.

Um vom Flughafen in die Innenstadt Bangkoks zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten: Das Taxi oder den Airport Rail Link, eine Hochbahn
Das Taxi ist definitiv das teurere Transportmittel, aber es fährt euch dafür nonstop bis direkt vor die Unterkunft. Je nach Verkehr dauert das etwa eine halbe Stunde. Kostenpunkt sind (inklusive der Fahrerpauschale von 50 Baht sowie der Mautgebühr) etwa 400 Baht (~10€) bis in die Innenstadt. Achtet darauf, dass der Fahrer das Taximeter einschaltet (wozu er auch offiziell verpflichtet ist). Um am Flughafen ein Taxi zu bekommen, folgt ihr einfach der Beschilderung zum Taxistand und zieht dort eine Nummer. Ihr bekommt dann einen Fahrer zugeteilt. Alles ganz easy.
Der Vorteil des erwähnten Airport Rail Link ist sicherlich der günstige Fahrpreis von 45 Baht (~1€) bis in die Innenstadt. Je nach Lage eurer Unterkunft müsst ihr ggf. aber noch in eine andere Hochbahnlinie (BTS) umsteigen, so dass es geringfügig teurer werden kann. Ich verlinke hier einmal den -> Linienplan. In die touristische Altstadt mit der berühmten Khao San Road führen übrigens keine Bahnlinien – wenn eure Unterkunft also in diesem Backpackerviertel liegen sollte, benötigt ihr dann doch nochmal das Taxi.

Unsere Unterkunft

In Bangkok würden wir insgesamt 5 volle Tage verbringen. Da wir kostengünstig reisen wollten, wählten wir als Unterkunft ein klassisches 8-Bett Zimmer in einem Hostel. Unsere Wahl fiel dabei auf das Lub d Hostel im Viertel Silom, etwas weiter entfernt von der Altstadt. Der Stadtteil weist eine hohe Dichte an Banken, Hotels und Botschaften auf, aber auch Tempel und die klassischen Straßenrestaurants Bangkoks finden sich hier. Und insbesondere auf das Essen freuten wir uns besonders.

Das Lub d Hostel ist durchweg zu empfehlen – es ist sauber, relativ günstig (ab 9€ pro Nacht) und die Belegschaft ist durchweg freundlich und hilfsbereit. Wer will, kommt schnell in Kontakt mit anderen Reisenden. An der Bar gibt´s leckeres Bier und auch Snacks und Frühstück.

Auf kulinarischer Entdeckungstour in Bangkok

Als unser Gepäck verstaut ist und wir uns eine Dusche gegönnt haben, wagen wir uns auf eine erste Entdeckungstour im Viertel. Der Hunger treibt uns in eine kleine Seitenstraße mit einigen Straßenrestaurants – was würde uns erwarten? Eine Lebensmittelvergiftung oder doch das beste Essen unseres Lebens? Wir wollten es herausfinden!

Und das Essen enttäuschte uns nicht. Vom ersten Bissen an hatten wir uns in die thailändische Küche verliebt. Diese Einfachheit und Frische würden wir nun fortan jeden Tag auf unserer Reise genießen. Wir konnten nicht genug bekommen von Pad Thai, gebratenem Gemüse, Kokosmilchsuppe mit Zitronengras oder Tempura.

Mein Tipp: Verirrt euch auch mal in kleine Seitenstraßen, stürzt euch rein ins Abenteuer und probiert euch einfach durch all die Leckereien. Wir sind damit nur ein einziges Mal auf die Nase gefallen und haben ansonsten während der Reise durchweg gut bis hervorragend gegessen. Wenn du es nicht so scharf magst, kannst du dir die Gerichte in aller Regel auch immer „not spicey“ bestellen. Übrigens wirst du auch als Vegetarier in Thailand nicht verhungern. Schwer ist es, unter der Masse an guten Straßenküchen in Bangkok eine einzelne hervorzuheben. Wir sind jedoch regelmäßig nahe unseres Hostels im Cheaper & Better essen gegangen – dieses Straßenrestaurant liegt in einer kleinen Seitenstraße der Silom Road (laut Google Maps lautet die Adresse Soi Silom 20). Hauptgerichte gibt es dort ab 50 Baht.

Tempel in Bangkok

Natürlich standen bei unserer Reise nach Thailand auch der Besuch von Tempeln auf der Bucket List. Zwei der bekanntesten buddhistischen Tempel Bangkoks befinden sich in bzw. nahe der Altstadt: Wat Pho und Wat Arun. Wir nahmen das Expressboot auf dem Chao Phraya Richtung Norden. Dicht gedrängt ging es über den Fluss, bis wir an unserem finalen Pier zügig vom Boot mussten.
Erstes Ziel war der Wat Pho Tempel (offizieller Name: Wat Phra Chettuphon Wimon Mangkhalaram Ratchaworamahawihan), der besonders für die Thaimassageschule und die liegende Buddhastatue bekannt ist:

Wat Pho Liegender Buddha
Der liegende Buddha im Wat Pho Tempel.

Überall gab es etwas zu entdecken – feine Mosaike aus Kacheln an den Chedis, Reihen von stehenden und sitzenden Buddhas und andere Statuen. Bei der Erkundungstour im Wat Pho Tempel setzte ich mir bewusst eine Beschränkung und fotografierte nur mit dem 50mm f1.8 Objektiv. Mit dieser Linse musste ich mich vor allem auf Detailausschnitte der kunstvollen Anlage konzentrieren. Bei all der Pracht war das nicht immer einfach.

Wat Pho Bangkok
Unterwegs im Wat Pho Tempel.
Wat Pho Bangkok
Buddhastatue.

Auf der gegenüber liegenden Seite am westlichen Ufer des Chao Phraya befindet sich der ebenfalls prächtige und Abends wundervoll illuminierte Wat Arun Tempel:

Wat Arun Bangkok
Illuminierter Wat Arun Tempel in Bangkok.

Einstimmig befanden meine Freundin und ich diesen für noch schöner (das ist natürlich eine sehr subjektive Einschätzung). Hier erlaubte ich mir diesmal den Einsatz meines Weitwinkel Objektives an meiner Kamera:

Wat Arun Bangkok
Buddhastatue im Wat Arun Tempel.

Immer wieder nahmen wir uns Zeit, setzten uns hin und ließen die Szenerie auf uns wirken.

Wat Arun Bangkok
Sitzende Buddhas im Wat Arun.

Im Wihan (ein buddhistisches Klostergebäude) ließen sich beeindruckende Wandmalereien und die Buddhastatue mit dem Namen  Phra Phuttha Champhunut Mahaburutlakkhana Asitayanubopit bestaunen:

Wihan Wat Arun
Im Wihan.

Um zu den Tempeln in und nahe der Altstadt zu gelangen, empfehle ich die Anreise per Expressboot über den Chao Phraya. Das hat vor allem 2 Vorteile: Es ist günstig (um die 25 Baht, die üblicherweise auf dem Boot bezahlt werden) und ihr umgeht mögliche Staus auf Bangkoks Straßen. Beim Ein- und Aussteigen kann es etwas hektisch werden – da heißt es flott rauf bzw. runter vom Boot. Macht aber auch Spaß! Um zum Wat Pho zu kommen müsst ihr am Pier Tha Tien raus. Direkt auf der gegenüber liegenden Seite des Chao Phraya geht´s zum Wat Arun. Eventuell müsst ihr dafür nochmal vom Tha Tien Pier für 4 Baht auf einer kleinen Fähre übersetzen. In unserem Fall hielt jedoch das Expressboot immer zunächst am Wat Arun und setzte dann über zum Tha Tien Pier.
Der Wat Pho Tempel kostet 100 Baht Eintritt pro Person, der Wat Arun 50 Baht. Unbedingt beachten solltet ihr beim Besuch der Tempel die Kleidervorschriften (Schultern und Knie bedecken, Mütze ab und in Gebäuden die Schuhe oder Flip Flops aus). Zumindest im Wat Pho kann man sich bei 
Bedarf vor Betreten des Tempels einen Überzieher leihen.

Die Drachen vom Lumphini Park

Als ich in unserem Reiseführer von großen Waranen in Bangkoks Lumphini Park las, wurde ich neugierig. Die würde ich sehen müssen, bin ich doch begeistert von Reptilien. Zwar rechnete ich auf unserer Thailandreise mit zahlreichen Geckos und möglicherweise Schlangen – große Warane hatte ich in der Millionenmetropole Bangkok hingegen nicht erwartet. Im Lumphini Park angekommen, setzten meine Freundin und ich uns an den Weiher in den Schatten eines Baumes. Und nach einer Weile erregte eine Bewegung im Wasser unsere Aufmerksamkeit. Tatsächlich – seelenruhig schwamm dort ein mittelgroßer Bindenwaran (Varanus salvator) direkt in unsere Richtung ans Ufer. Als ich mich dem Tier langsam näherte, zog es sich jedoch wieder ins Wasser zurück. Auf die nächste Begegnung mit einem (deutlich größeren) Waran musste ich allerdings nicht lange warten. Diesmal zeigte das Tier keine Scheu. In respektvollem Abstand machte ich einige weitwinklige Fotos mit der Skyline Bangkoks im Hintergrund. Genau so ein Motiv hatte ich mir an diesem Tag vorgestellt – Wildlife vor der Großstadtkulisse. Groß war der Ärger, als ich bei der Kontrolle der Bilder bemerkte, dass kein einziges Mal der Fokus richtig saß… Also ging es erneut auf Waransafari. Diesmal wurde meine Freundin fündig, als sie beinahe auf den folgenden Gesellen trat:

Waran Lumphini Park Bangkok
Riesiger Bindenwaran im Lumphini Park in Bangkok.

Glücklicherweise blieb er auch bei der Fotosession sehr gelassen und döste vor sich hin. Nach dieser Begegnung trafen wir plötzlich an jeder Ecke auf diese urtümlichen Echsen. Später las ich, dass die große Zahl an Waranen im Lumphini Park für viele Bürger zum Ärgernis wird und die Tiere von den Behörden teilweise abgefangen und umgesiedelt werden. Rund 400 von ihnen sollen mittlerweile im Park leben.

Wildlife in Bangkok: Neben zahlreichen Geckos, anderen kleinen Echsen sowie den Bindenwaranen werden auch immer wieder die ganz großen Vertreter der Schlangenwelt mitten in der Stadt nachgewiesen – Netzpythons (Malayopython reticulatus). Meist gelangen die Tiere durch Hochwasser dort hin. In den Bäumen der Stadt sind häufig kleine Hörnchen zu entdecken und selbst die gewöhnlichsten Stadtvögel erscheinen uns Mitteleuropäern exotisch. Es lohnt sich also auch für den Naturfreund und -fotografen die Stadt zu erkunden!

Einmal Khao San Road und zurück

Die Khao San Road dürfte jedem Thailandreisenden ein Begriff sein. In den 80er Jahren hat die Straße im Stadtteil Bang Lam Phu sich zu einem Hotspot für Backpacker entwickelt. Gerade zu Beginn gab es hier günstige Übernachtungsmöglichkeiten, Bars und Garküchen und viele Südostasien-Reisende machten in der Khao San Zwischenstop. Natürlich hat sich das Bild in der Zwischenzeit gewandelt – so haben sich mittlerweile auch höherpreisige Hotels dort angesiedelt. Für alteingesessene Händler sind die Mieten oft nicht mehr erschwinglich. In den Abendstunden füllt sich die Straße mit Massen an Touristen und aus den Bars dröhnt laute Musik. Alle paar Meter wird man angesprochen, ob man nicht einen maßgeschneiderten Anzug oder Souvenirs kaufen möchte. Das kann nerven. Oder aber man lässt sich einfach mal für ein paar Stunden auf das Viertel ein, isst Pad Thai und trinkt zwei oder drei Leo Bier in einer der Bars am Straßenrand. Währenddessen kann man dann gelassen das Treiben beobachten. Wenn man genug hat, setzt man sich ins nächste Tuk Tuk und zieht weiter. So wie wir.

Khao San Road Bangkok
Bier trinken in einer Bar an der Khao San Road.
Tuk Tuk Bangkok
Mit dem Tuk Tuk durch Bangkok. Kein Platz für Sicherheitsbedenken.

Auch wenn die Khao San Road eigentlich nichts mehr mit dem klassischen Thailand zu tun hat und Touristen dort eher unter sich bleiben, so gehört ein Besuch zumindest bei eurer ersten Thailandreise einfach dazu. Lediglich eine Unterkunft würde ich abseits der Khao San Road buchen. Wenn ihr mit dem Tuk Tuk weiterziehen wollt, seid euch bewusst, dass die Fahrt mit dieser motorisierten Rikscha in der Regel überteuert ist – auch nachdem ihr den Preis runter gehandelt habt (wir konnten den Fahrpreis meist auf unter die Hälfte der anfangs geforderten Summe drücken). Aber die Fahrt mit dem Tuk Tuk macht Spaß (wenn man alle Sicherheitsbedenken über Bord wirft) und gehört zur Thailandreise wie die Khao San Road.

Die Reise geht weiter…

Insgesamt 5 volle Tage vebrachten wir in Bangkok. Doch wir waren auch auf der Suche nach Natur und Erholung. Dies würden wir auf unserer zweiten Reiseetappe im Süden Thailands auf der Insel Koh Lanta finden. Im kommenden 2. Teil dieses Reiseberichtes erfahrt ihr dann, wie es uns mit den Affen, Schlangen und Geckos dort ergangen ist und ich gebe ein paar nützliche Tipps und Empfehlungen für den potentiellen Koh Lanta Besucher.

Hier geht es zum zweiten Teil des Thailand Reiseberichtes.

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