Reisefotografie in New York City | Mit der Kamera unterwegs

RX100 Erfahrungen

Mein fotografischer Schwerpunkt liegt ja klar in der Naturfotografie, wie man in der Online Galerie dieser Seite unschwer erkennen kann. Dennoch übt auch die Cityscape- und Reisefotografie einen großen Reiz auf mich aus. New York City ist durch seine beeindruckende Skyline und die unzähligen Sehenswürdigkeiten natürlich wie geschaffen dafür, und so durften auf unserer Reise in den Big Apple auch meine Kameras nicht fehlen. 

Die Kameras und mitgeführtes Equipment

Klar war, dass ich keinen großen Objektivfuhrpark mitschleppen wollte. Deshalb landete meine Sony A77II nur zusammen mit dem universell einsetzbaren und lichtstarken SAL 16-50mm f2.8 im Gepäck. Für das sporadische Knipsen reisten dann noch die kleine Sony RX100 und mein Huwaei P8 lite 2017 Smartphone mit. Für die meisten fotografischen Situationen sollte ich so gerüstet sein, ohne dass ich zuviel Gewicht rumschleppen musste. Weiterhin fanden mein Filterset, der Kabelauslöser und das Stativ den Weg in meine Reisetasche.

Reisefotografie Sony RX100 und Sony A77II
Begleiteten mich, neben meiner Freundin, auf der Reise nach New York City: Sony RX100 und die Sony A77II mit dem 16-50mm f2.8

Fotografische Ziele für die Reise

Üblicherweise setze ich mir für meine Reisen immer auch ein fotografisches Ziel bzw. ein Wunschmotiv, dass ich umsetzen möchte. Im Fall der New York Reise war das klar die Skyline von Downtown Manhattan bei abendlicher Beleuchtung (auch wenn das sicherlich ein tausendfach fotografiertes Motiv ist). Jedes weitere (in meinen Augen) gelungene Foto auf der Reise ist dann eine nette Dreingabe.

Eine feste Vorstellung vom Wunschmotiv kann natürlich immer auch für Frust sorgen, wenn man Bedingungen antrifft, die der eigenen Erwartung widersprechen. So würde in diesem Fall die Skyline mit ihren beeindruckenden Hochhäusern beinahe permanent in eine feuchten Dunst und Wolken getaucht sein. Ich hatte eher auf klare Sicht mit einzelnen Wolken am Himmel gehofft. Hier sollte der Fotograf flexibel bleiben und die Umstände zu seinem fotografischen Vorteil nutzen. Schließlich würden sich auch (und vielleicht gerade) so spannende und stimmungsvolle Bilder erzeugen lassen!

Skylinefotografie zur Blauen Stunde

Fünf Minuten Fußweg von unserer Unterkunft in Williamsburg/Brooklyn entfernt lag der Anleger der East River Ferry, die uns zum Brooklyn Bridge Park bringen würde. Von dort bietet sich der wohl berühmteste Ausblick auf Downtown Manhattan und die prägnante Brooklyn Bridge. Sicherlich hundertausendfach fotografiert, wollte ich doch meinen eigenen, ganz persönlichen Abzug von diesem weltbekannten Anblick auf New Yorks Hochhausschluchten fotografieren.


An der Promenade angekommen, war die Spitze des One World Trade Center in einen trüben Dunst gehüllt – ein Umstand, der sich während unserer gesamten Reise selten ändern würde. Ein farbiger Sonnenuntergang war unter diesen Umständen nicht zu erwarten. Unweit der Brooklyn Bridge stellte ich mein Stativ auf und brachte meine Kamera ins Hochformat. Mein Plan sah vor, die Szenerie in einem Panorama aus mehreren Einzelfotos aufzunehmen. Das Hochformat  bietet hier den Vorteil, die Auflösung des Bildes in der Höhe zu maximieren. Die Schwierigkeit bestand nun darin, stürzende Linien halbwegs zu vermeiden – hier wäre sicherlich ein Tilt-Shift-Objektiv hilfreich gewesen. Als das Stativ eben ausgerichtet und die passende Brennweite (30mm) und Blende (f13) ausgewählt waren, hieß es warten auf die Blaue Stunde.
Und dann gingen allmählich die Lichter an. Im Dunst zeichneten sich zwei prägnante Lichtstrahlen über der Skyline ab, die an den Anschlag auf die Twin Towers des World Trade Centers und dessen Opfer erinnern sollten – es war der 11. September 2018.
Beginnend bei der Brooklyn Bridge machte ich eine Serie von Einzelbildern von Downtown Manhattan bis hin zur Freiheitsstatue, welche im finalen Panorama winzig klein zu erkennen ist. Die Belichtungszeit lag bei 4 Sekunden. Zunächst hatte ich den automatischen Weißabgleich eingestellt, was bei den Einzelbildern jeweils zu leicht unterschiedlichen Farbtemperaturen führte. Zwar würde ich den Weißabgleich (da ich in RAW fotografierte) bei der Nachbearbeitung angleichen können, jedoch wollte ich mir diesen Arbeitsschritt sparen. Also wechselte ich zum Weißabgleich für bewölkten Himmel. Ebenfalls Probleme würden mir vorbeifahrende Fähren beim Zusammenfügen der Einzelfotos zum Panorama bereiten. Also wartete ich, bis diese aus dem Bildfeld verschwanden und drückte dann den Auslöser. Nicht vermeiden lies sich natürlich das fließende Wasser des East Rivers – ich hoffte, dass Lightroom hier bei der Erstellung des Panoramas keine größeren Schwierigkeiten haben würde.
Die hatte das Programm – aber nach mehreren Abstürzen meines Laptops klappte es dann doch… Im Folgenden nun das (im Original) 16576 x 4365 Pixel große Ergebnis aus 9 Einzelbildern (zum Vergrößern bitte anklicken):

Downtown NYC Panorama

Fotografieren vom Wasser aus

Auf der Suche nach etwas Ruhe vom geschäftigen Treiben in Manhattan entschieden sich meine Freundin und ich für eine Fahrt mit der Staten Island Ferry in den südwestlichen Bezirk von New York City. Am Anleger angekommen, konnten wir uns kaum vorstellen, wie all die Menschen auf der Fähre Platz finden würden. Zu unserer Überraschung war immer noch reichlich Platz an Deck und wir hatten bei der Abfahrt einen ungestörten Blick auf die in Wolken gehüllte Skyline von Downtown Manhattan – eine stimmungsvolle und beeindruckende Szenerie.
Diesmal hatte ich ausschließlich meine kleine Kompaktkamera, die Sony RX100, dabei. Kaum ein Laut war bei der Fahrt zu hören (oder es kam mir abseits des Straßenlärms zumindest so vor ). Nur das gelegentliche Läuten von Glockenbojen und die Rufe von Möwen waren gelegentlich zu vernehmen. Es war beinahe windstill und auch Wellengang war kaum zu verzeichnen. So konnte ich bei ausreichend kurzer Verschlusszeit verwacklungsfreie Aufnahmen machen, auch während sich unsere Fähre in Bewegung setzte. Ich wählte einen passenden Bildausschnitt vom Hochhausdschungel. Dann wartete ich, bis eine vorbeifahrende Fähre ins Bildfeld geriet und drückte den Auslöser. So konnte ich bei der Aufnahme einen Eindruck von den Dimensionen vermitteln – kleines Schiff vor großer Kulisse!

Reisefotografie Sony RX100 New York City
Blick auf Downtown Manhattan – fotografiert von der Staten Island Ferry.

Smartphone fotografie in Williamsburg und Bushwick

Die beste Kamera ist die, die du bei dir hast.

Diese altbekannte Fotografen Weisheit kann ich mittlerweile voll unterschreiben. Gelegentlich hatte ich bei unseren Unternehmungen lediglich das Smartphone dabei. Deren Bildsensoren hinken natürlich den teuren Systemkameras in Sachen Rauschverhalten und Dynamikumfang deutlich hinterher – dennoch sind ansprechende Fotos mit den meist handlichen Begleitern möglich! Und als nette Dreingabe lassen sich die gemachten Bilder direkt auf dem Smartphone mit den teils sehr leistungsstarken Apps für Bildbearbeitung optimieren – hier sei meine favorisierte Anwendung Snapseed jedem Smartphone Fotografen ans Herz gelegt.
Bei unseren Streifzügen durch Williamsburg und Bushwick in Brooklyn kam jedenfalls regelmäßig die Kamera meines Huawei P8 lite 2017 zum Einsatz. Die feste Brennweite habe ich dabei selten als Einschränkung empfunden. Abschließen möchte ich diesen Artikel mit ein paar (Smartphone) Impressionen:

Reisefotografie Smartphone
East River und Midtown Manhattan vom Ufer in Williamsburg aus.
Smartphone Reisefotografie
Straßenkunst und meine Freundin in Bushwick.
Reisefotografie Smartphone
Nochmal Downtown Manhattan – diesmal in schwarz-weiß und mit dem Smartphone aufgenommen.

Bis demnächst!

6 comments

  1. Echt tolle Fotos, egal mit welcher Kamera! Ich finde es auch sehr interessant zu lesen, dass du dir im Vornherein schon bestimmte Motive überlegst. Habe einen Freund, der ist Fotograf, und hat eine ganz ähnliche Herangehensweise. Bei mir ist es hingegen so, dass ich mich immer überraschen lasse.

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  2. Schöne Bilder, und New York ist zum Fotografieren sicher ein Traum.
    Weil ich sehe du benutzt auch die RX100, wie macht sich die in der Praxis, benutzt du die auch zum „richtig Fotografieren“ oder wirklich nur für Schnappschüsse?
    Wir haben die auch in der Firma, damit jeder damit Bilder machen kann, wollte sie auch schon ab und an mal auf eine Reise mitnehmen, aber eigentlich mache ich die Schnappschüsse dann doch meistens mit dem Handy, die richtigen Bilder mit der DSLR.

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    1. Moin!
      Mit der RX100 schieße ich natürlich eher mal schnell aus der Hüfte. Allerdings gibt schon auch Bilder, die ich mir an die Wand hängen würde. Für eine Kompakte hat sie ja schon ordentlich was auf dem Kasten (relativ großer Dynamikumfang, gutes Rauschverhalten, begrenzt Spiel mit der Schärfentiefe). DSLR ist dann schon das Werkzeug der Wahl, wenn ich Makro, Wildlife etc. mache. Gescheite Fotos gehen aber natürlich auch mit der RX100!
      Beste Grüße
      Patrick

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