Erste Eindrücke von der Olympus OM-D E-M10 Mark II | Fotospaziergang in Kiel

Olympus OM-D E-M10 II Eindrücke

Vor ein paar Tagen gab es Zuwachs in meinem Kamerafuhrpark – namentlich die Olympus OM-D E-M10 Mark II. Bis zu einem umfangreichen Erfahrungsbericht werden sicherlich noch einige Monate vergehen, jedoch möchte ich mit diesem Artikel schon einmal meine ersten Eindrücke von der Kamera und dem zugehörigen Kitobjektiv M.ZUIKO DIGITAL 14‑42MM 1:3.5‑5.6 II R teilen.

Primär ist angedacht, diese spiegellose und kompakte Systemkamera auf den gemeinsamen Reisen mit meiner Freundin zu nutzen, wenn die Fotografie nicht im Mittelpunkt steht und ich nicht viel Gewicht schleppen möchte. Gleichwohl sind mir qualitativ ansprechende Aufnahmen von unseren Reiseerlebnissen sehr wichtig. Daher hatte ich als Ergänzung zu meinem Sony A-Mount Kamerasystem (APS-C) seit längerem das Micro Four Thirds System von Olympus und Panasonic im Auge. Dieses versprach einen guten Kompromiss aus Kompaktheit, Flexibilität und Bildqualität. Die Wahl fiel schlussendlich auf die im Retrodesign gehaltene Olympus OM-D E-M10 Mark II. Dieser lag das 14-42mm f3.5 – 5.6 II Kitobjektiv bei. Über das Wochenende habe ich begonnen, mich mit der Kamera zu Hause und bei Fotospaziergängen in meiner Heimatstadt Kiel vertraut zu machen.

Haptik und Bedienung

Olympus OM-D E-M10 II Eindrücke
Retrochic: Die Olympus OM-D E-M10 II in silber.

Im Olympus Lineup der OM-D Reihe gilt die E-M10 als Einsteiger Kamera. Im Unterschied zu den Modellen E-M5 und E-M1 besitzt sie daher keine Abdichtungen gegen Staub uns Spritzwasser. Dennoch wirkt die Kamera sehr wertig. Das Gehäuse ist zum Teil aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und liegt trotz der geringen Größe angenehm in der Hand. Tatsächlich war ich überrascht, als ich die Kamera zum ersten Mal in der Hand hatte – sie ist schwerer als sie vermuten lässt. Die Einstellräder sind angemessen leichtgängig, jedoch nicht so, dass man sie im Eifer des Fotografierens versehentlich verstellt. Die Knöpfe dürften für weniger filigrane Hände hingegen teilweise zu nahe beieinander liegen, so dass Fehlbedienungen nicht auszuschließen sind. Rein taktil waren die Knöpfe auf der Rückseite der Kamera nicht immer eindeutig zu unterscheiden.

Ein Novum für mich ist die Bedienung per Touchscreen. So kann ich beispielsweise per Fingertip auf den Bildschirm fokussieren und auslösen – davon habe ich in der Praxis bereits häufig Gebrauch gemacht.

Touchscreen Olympus OM-D E-M10 II
Fokussieren und Auslösen lässt sich auch per Touchscreen.

Gelegentlich habe ich jedoch beim Blick durch den elektronischen Sucher  ungewollt mit meiner Nase auf dem Bildschirm den Fokuspunkt verstellt, obwohl ich die Touchfunktion abgestellt hatte. Diese (per se interessante) Art der Fokusfeldauswahl während der Nutzung des Suchers muss vermutlich noch einmal seperat im Menü der OM-D E-M10 II deaktiviert werden. Dies bringt mich zu einem Hauptkritikpunkt bei Olympus Kameras: Der Menüführung.

Als Sonyuser bin ich unübersichtliche Menüs ja bereits gewohnt, jedoch habe ich mich bei der Olympus in diesem Punkt zunächst regelrecht überfordert gefühlt. Erst nach und nach finde ich mich in den unzähligen Einstellmöglichkeiten zurecht.

Erste Gehversuche mit Micro Four thirds

Bereits auf meinen ersten Fotospaziergängen wusste ich zwei Eigenschaften der OM-D E-M10 II sofort zu schätzen: Das geringe Gewicht und die Kompaktheit. Und daher war sie in den vergangenen Tagen praktisch immer dabei, wenn ich das Haus verlassen habe. In diesen Momenten wusste ich genau, warum mich das Micro Four Thirds System so gereizt hat. Nun war ich natürlich neugierig, was die Kamera und das beiliegende 14-42mm f3.5 – 5.6 Kitobjektiv zu leisten vermögen. Zu Fuß und mit der Kamera im Anschlag ging es auf Fototour durch meine Wahlheimat Kiel.

Zunächst fotografierte ich zur blauen Stunde am Kleinen Kiel ein Panorama von der Nordbank, der Oper und dem Rathausturm. Die Bedingungen für einen schönen Sonnenuntergang waren vielversprechend und ich wurde nicht enttäuscht:

Kiel Blaue Stunde Rathaus Kleiner Kiel
Kiel zu blauen Stunde. Panorama aus 8 Einzelbildern. 15mm | ISO 200 | f8 | 1,6 Sek.

Bei der anschließenden Bearbeitung der RAW-Bilder (ich fotografiere immer im Rohdatenformat) fielen mir gleich drei Dinge positiv auf:

  1. Kitobjektive sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. Das 14-42mm f3.5 – 5.6 ist zwar nicht sonderlich lichtstark, weiß aber durchaus mit einer ordentlichen Schärfe zu überzeugen (ohne, dass ich Labortests durchgeführt habe). Auch feinere Details in den Bildern sind abgeblendet auf f5.6 bis  f8 vernünftig aufgelöst. Ich würde das obige Panorama ohne Bauchschmerzen großformatiger drucken! Das Bild ist auf meinem Flickr Profil in höherer Auflösung zu sehen.
  2. Bedingt durch die „nur“ 16 Megapixel Auflösung des Micro Four Thirds Sensors und die damit verbundene, vergleichsweise geringe Dateigröße lassen sich die RAW Dateien auch bei nur 4 GB Arbeitsspeicher sehr gut verarbeiten. Das obige Panorama aus 8 Einzelbildern hat Lightroom auf meinem alten Laptop ohne zu Murren zusammengefügt. Das kenne ich bei den Dateien meiner 24 Megapixel Sony A77II auch ganz anders!
  3. Die RAW Dateien aus dem relativ kleinen Micro Four Thirds Sensor bieten bei ISO 200 sehr respektable Reserven in Sachen Dynamikumfang.  Aus Schatten (und begrenzt aus überbelichteten Bereichen) ließen sich noch ordentliche Bildinformationen herausarbeiten. Physikalisch bedingt ist das Grundrauschen des Sensors bei ISO 200 verglichen mit APS-C oder Vollformat natürlich stärker ausgeprägt, aber diesen Kompromiss bin ich persönlich bereit einzugehen (Erfahrungen zu hohen ISO Werten folgen in einem detaillierten Erfahrungsbericht) .

Am folgenden Tag war die in Nebel gehüllte und spiegelglatte Kieler Förde mein Fotorevier. Diese lud zu minimalistischer Bildgestaltung ein:

Olympus OM-D E-M10 II Erfahrungen
Kieler Förde im Nebel. 25mm | f8 | ISO 200 | 1/60 Sek.

Bei unbeweglichen und langsamen Motiven war der Kontrastautofokus der Olympus OM-D E-M10 II auch in schlechteren Lichtverhältnissen sehr flott und treffsicher unterwegs. Aussagen zum kontinuierlichen AF bei schnell beweglichen Motiven kann ich indes noch nicht treffen. Positiv hervorzuheben ist der sehr effiziente, kamerainterne Bildstabilisator – mir gelangen freihändig verwacklungsfreie Aufnahmen bei 42mm Brennweite und einer Verschlusszeit von 1/5 Sek! Bei sehr schlechten Lichtverhältnissen verursacht der Bildstabilisator ein rauschendes Geräusch – das scheint allerdings normal zu sein und ist kein Grund zur Beunruhigung. Bei der Arbeit auf dem Stativ sollte er jedoch abgestellt werden -wie ich beobachten konnte sind sonst Verwacklungen bzw. unscharfe Aufnahmen die Folge!

Olympus OM-D E-M10 II Erfahrungen Eindrücke
Minimalismus. 42mm | f8 | ISO 200 | 1/50 Sek.

Erstes Fazit

Mein Resümee zur Olympus OM-D E-M 10 Mark II (und dem 14-42mm Kitobjektiv) nach den ersten Tagen der Nutzung ist äußerst positiv. Die Kombination aus Kompaktheit und Bildqualität überzeugen mich bereits jetzt. Zudem habe ich wirklich Freude daran, die Olympus in die Hand zu nehmen und einfach loszuziehen! Selbstredend ist es für einen umfassenden Erfahrungsbericht noch zu früh. Im Laufe des Jahres werde ich mit Blick auf anstehende Reisen sicherlich eingehend Gelegenheit haben, die Kamera in den unterschiedlichsten Situationen auf Herz und Nieren zu testen. Ich freue mich drauf!

5 comments

  1. Schöner Testbericht und Glückwunsch zur neuen Kamera! Ich habe seit einigen Jahren den Vorgänger, die E-M10, und nachdem mir vor kurzem mein Kit-Zoom kaputtgegangen ist, habe ich mir das Olympus 17mm 1.8 gekauft. Damit ist die Kamera in meinem persönlichen Kameraranking ganz weit nach oben geschossen. Mit dem Kit-Objektiv hat das Fotografieren bei weitem nicht so viel Spaß gemacht.
    Deine Minimalisten Kiel-Bilder gefallen mir auch sehr. Vielleicht besuche ich die Stadt demnächst mal wieder 😉

    Liken

    1. Moin Kai!
      Dank dir vielmals! Das 17mm f1.8 wollte ich mir Ende des Monats für unsere Asienreise zulegen. Ich freue mich bereits, damit loszuziehen! Kann mir gut vorstellen, dass das eine gute und kompakte Reisekombo ist. Ich werde hier in jedem Falle davon berichten.
      Beste Grüße,
      Patrick

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.